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VON LARS FISCHER
Das Epizentrum der weltweiten AIDS-Epidemie liegt in Afrika südlich der Sahara – doch Besserung ist in Sicht. Seit einigen Jahren existieren in vielen Ländern des Kontinents systematische Bekämpfungsprogramme und verbessert sich die Situation für die Erkrankten vielerorts. Mit besserem Zugang zu modernen Medikamenten tritt allerdings auch hier ein altbekanntes Problem auf: Der Erreger wird gegen die Medikamente unempfindlich. Resistente HI-Viren haben insbesondere in Afrika das Potenzial, die mühsam errungenen Erfolge der letzten Jahre zunichte zu machen.
Jetzt deutet eine Studie von Forschern um den Virologen Carsten Scheller von der Universität Würzburg darauf hin, dass dieses Problem bisher sogar unterschätzt wird. Denn bislang kommt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in ihren eigenen Untersuchungen meist zu dem Ergebnis, dass die Resistenzquote bei den Neuinfektionen quer durch Afrika unter fünf Prozent liegt. Das allerdings ist möglicherweise eine viel zu niedrige Zahl, erzeugt durch eine selektive und nicht repräsentative Auswahl.
Die Würzburger Forscher kommen in ihrer Untersuchung zu dem
Schluss, dass etwa einer von fünf neu Infizierten einen Virenstamm trägt, der gegen mindestens ein gängiges Medikament resistent ist. Den Großteil dieser Resistenzen fanden sie dabei in Altersgruppen, die von der WHO schlicht nicht erfasst werden. Scheller und sein Team haben zwar bisher nur eine relativ geringe Zahl von Probanden untersucht, aber wenn sich ihr Ergebnis bestätigt, müssen die gerade erst etablierten Gesundheitsprogramme wohl wieder auf den Prüfstand.
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